التاريخ : 20/08/2019

Anklage gegen Patriarchen

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Anklage gegen Patriarchen

Ramallah (DT) Der Streit um Landverkäufe des griechisch-orthodoxen Patriarchats an jüdische Investoren geht in eine neue Runde. Vertreter palästinensisch-orthodoxer Organisationen haben laut Bericht der staatlichen palästinensischen Nachrichtenagentur „Wafa“ am Mittwoch Strafantrag gegen Patriarch Theophilos III. eingereicht. Der von über dreihundert prominenten Palästinenservertretern unterzeichnete Antrag wirft dem Kirchenoberhaupt demnach Verrat sowie die Verletzung der Verantwortung für den Schutz von palästinensischem Land vor.

Begleitet wurde der Antrag laut Bericht von Demonstrationen vor dem Büro des palästinensischen Generalstaatsanwalts in Ramallah. Der stellvertretende Präsident des orthodoxen Zentralkomitees in Palästina und Jordanien, Nabil Maschhour, forderte den Generalstaatsanwalt auf, rechtliche Schritte gegen Theophilos III. einzuleiten.

Die Demonstranten werfen dem griechischstämmigen Patriarchen vor, Kirchenländereien in zahlreichen Orten, darunter Jerusalem, Jaffa und Nazareth, an jüdische Investoren verkauft oder verpachtet zu haben. Damit unterstütze Theophilos „israelische Pläne zur Judaisierung Jerusalems“ und breche Versprechen zum Schutz von Kircheneigentum.

Der stellvertretende Präsident der palästinensischen Anwaltskammer, Nael al-Houh, verurteilte den Landverkauf vor den Demonstranten als „ernsthafte Bedrohung“ Ostjerusalems als Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates. Gleichzeitig forderte er, die griechische Fahne über der Bethlehemer Geburtskirche zu entfernen und durch eine palästinensische Fahne zu ersetzen. Die Palästinenserregierung rief er dazu auf, Theophilos die Anerkennung zu entziehen, da dieser Straftaten begangen habe, die mit Landesverrat gleichzusetzen seien.

Die griechisch-orthodoxe Kirche ist nach der israelischen Landbehörde der größte Grundbesitzer in Jerusalem. Berichte der israelischen Finanzzeitung „Calcalist“ hatten Ende Juni einen Landdeal des Patriarchats in Jerusalem bekannt gemacht. Dabei sollen fünfhundert Dunums (fünfzig Hektar) Kirchenland in Westjerusalem an einen israelischen Bauunternehmer verkauft worden sein. Teile des Landes sind verpachtet, die Pacht läuft jedoch in rund dreißig Jahren ab.

Einheimische Christen, die Palästinenserregierung und Jordanien hatten die Verkäufe scharf kritisiert. Unter anderem forderten Christen die Absetzung des Patriarchen und einen „aufrechten Widerstand“ gegen Ausländer im Patriarchat, die nicht die palästinensischen Christen repräsentierten, sondern „unsere Religion und Identität kontrollieren“.

Das griechisch-orthodoxe Patriarchat dementierte gegenüber der palästinensischen Nachrichtenagentur „PNN“ den Landverkauf. Vielmehr habe man seine finanziellen Rechte an Ländereien gesichert, die Israel 1951 eingenommen habe. 2005 war bereits der Vorgänger des amtierenden Patriarchen Theophilos III., Irinaios I., über undurchsichtige Landverkäufe an israelische Geschäftsleute gestürzt worden. Seither wird Irinaios I., der alle Anschuldigungen als haltlos zurückwies, im Jerusalemer Patriarchat in Klosterhaft gehalten.

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